|

Anschliessend an die Studien, welche an der Kleintierklinik der Uni Bern in den letzten Jahren schon durchgeführt wurden zu diesem Thema, werden nun weitere interessante Aspekte im Zusammenhang mit chronischen Enteropathien beim Hund untersucht mit dem Endziel, die Diagnose und Therapie dieser oft frustrierenden Fälle zu verbessern. Neben dem Einfluss von verschiedenen Fettsäurenzusammensetzungen im Futter werden ebenfalls ultrasonographische Blutflussmessungen durchgeführt sowie ein neues Medikament im grösseren Umfang eingesetzt.
Allen Hunden wird während 10 Wochen Futter verabreicht, das mehrheitlich Fischprotein enthält und somit als Eliminationsdiät bezeichnet werden kann, da zu erwarten ist, dass die Hunde auf diese Proteine kaum allergisch reagieren werden. In vielen Fällen wird dieses Futter per se bereits zu einer klinischen Verbesserung führen (v.a. bei Futtermittelintoleranz resp. -allergie). Das Futter enthält zudem ω-3- und ω-6-Fettsäuren in unterschiedlichen Anteilen (1:5 oder 1:1).
Es soll insbesondere die Hypothese getestet werden, dass ein erhöhter Anteil von ω-3-Fettsäuren relativ zu ω-6-Fettsäuren wegen deren anti-allergischen und anti-inflammatorischen Wirkungen im Falle von Futterallergien zu einer zusätzlichen Verbesserung der klinischen Situation führt sowie positive Effekte ebenfalls auf IBD-Hunde ausübt. Sollte in den ersten 2 Wochen keine eindeutige klinische Verbesserung auftreten (d.h. Durchfall eher nicht fütterungsbedingt), werden die Hunde zusätzlich mit immunosuppressiven Medikamenten behandelt. Die Effekte werden klinisch, histopathologisch, histomorphometrisch (Zottengrösse, Kryptentiefe, Proliferation- und Apoptoserate epithelialer Darmzellen), biochemisch und molekuklarbiologisch (Toll-like receptors, nukleäre Rezeptoren, Proteasen) und immunologisch untersucht.